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24. Oktober 2018


Aktuelle Artikel

Finanzielle Vergünstigungen für Familien

Vermögensaufbau planen

Auch an den Aktienmärkten gilt "America First"


Finanzielle Vergünstigungen für Familien

24.10.18

Mit der Geburt eines Kindes kommen auf Eltern zusätzliche Kosten bei meist sinkendem Einkommen zu. Denn auf der einen Seite steigen die Lebenshaltungskosten an während auf der anderen Seite Elternzeit oder Teilzeitarbeit die Einnahmen reduzieren. Allerdings gewährt der Staat auch einige Vergünstigungen für Familien mit Kindern.

Elterngeld

Das Elterngeld unterstützt Familien finanziell und soll helfen, Kinder und Beruf besser in Einklang zu bringen. Dabei stehen beiden Eltern gemeinsam 14 Monate Elternzeit zu. Die Aufteilung erfolgt nach den Wünschen der Eltern. Dabei muss ein Elternteil mindestens zwei und höchstens zwölf Monate in Anspruch nehmen. Das Elterngeld steht auch alleinerziehenden und getrennt lebenden Eltern zu.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Im Jahr 2018 gibt es für das erste und zweite Kind Kindergeld in Höhe von jeweils 194 Euro monatlich. Für das dritte Kind erhalten Familien 200 Euro und für jedes weitere Kind 225 Euro. Nach dem 18. Geburtstag müssen Eltern nachweisen, dass sich das Kind noch in der Ausbildung oder im Studium befindet, um weiterhin Kindergeld zu erhalten. Nach Vollendung des 25. Lebensjahres gibt es grundsätzlich kein Kindergeld mehr.

Der Kinderfreibetrag liegt bei höchsten 7.428 Euro pro Jahr für gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagte Ehepartner. Das Finanzamt verrechnet das ausgezahlte Kindergeld mit dem entstandenen Steuervorteil.

Kinderbetreuungskosten

Kosten für die Kinderbetreuung können Eltern in der Steuererklärung angeben und von der Steuer absetzen. Pro Kind können höchstens 4.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden. Dazu zählen Kosten für die Kita, Erzieherinnen oder die Anstellung von Haushaltshilfen.

Baukindergeld

Das 2018 eingeführte Baukindergeld ist eine Eigenheimzulage für Familien, die den Bau oder den Kauf von Wohneigentum erleichtern soll. Dies kann einen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro je Kind beim Kauf einer Immobilie bedeuten. Unabhängig davon ob Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen oder ob Sie neu bauen oder kaufen.

Baukindergeld erhalten Familien oder Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, das zum Zeitpunkt der Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen dafür beträgt bei Familien mit einem Kind 90.000 Euro jährlich, für jedes weitere Kind kommen 15.000 Euro hinzu. Weitere Anforderungen und Informationen finden Sie hier .


Vermögensaufbau planen

24.10.2018

Zum Thema Vermögensaufbau gibt es zahlreiche Ratgeber. Viele davon versprechen schnellen Erfolg und sichere Anlagemöglichkeiten. Über die Wahl der Anlageklasse entscheidet aber vor allem Ihre persönliche Risikobereitschaft und Anlageziele. Die nachstehenden Faktoren können Ihnen dabei helfen, die richtige Anlageklasse für sich zu finden.

Ziele und Anlagehorizont festlegen

Je nach Anlageziel bieten sich unterschiedliche Anlagemöglichkeiten an. Möchten Sie in absehbarer Zeit ein neues Auto kaufen oder langfristig Vermögen für die Rente aufbauen? Eine Anlage in Tages- oder Festgeld kann für den geplanten Kauf eines Autos richtig sein, für eine Rentenvorsorge eignen sich dagegen eher langfristig angelegte Investitionen. Je länger Ihr Zeithorizont ist, desto leichter lassen sich Wertschwankungen wie sinkende Aktienkurse auffangen.

Flexibel bleiben

Je nach Lebensphase sind die Ansprüche an den Vermögensaufbau unterschiedlich. Deswegen sind Anlageformen zu bevorzugen, die sich ihren Lebensbedingungen flexibel anpassen können. So können Sie z.B, schnell auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren.

Notgroschen immer vorhalten

Unabhängig vom Stand des Vermögensaufbaus ist es immer auch ratsam über Barreserven zu verfügen. Hierfür wird oftmals ein Wert von drei Nettomonatsgehältern empfohlen. So können Sie auch ein unvorhersehbares Ereignis wie ein kaputtes Auto leicht bewältigen.

Kosten im Griff behalten

Im Gegensatz zu den häufig kostenlosen Tages- und Festgeldkonten, fallen bei anderen Anlageklassen oft zusätzliche Kosten an. Bei Aktien oder Aktienfonds beispielsweise für Kauf, Verwaltung und Verwahrung Ihrer Anlagen. Bei Rentenversicherungen fallen dagegen meist Kosten für den Versicherungsmakler an. Prinzipiell schmälern zusätzliche Kosten Ihre Rendite, deshalb sollten Sie dies immer mit in Ihre Kalkulation einbeziehen.

Regelmäßiges Überprüfen der Anlagen

Neben den Anlagezielen und dem Anlagehorizont sollten auch die Anlagen selbst immer wieder überprüft werden. Prüfen Sie regelmäßig ob Ihre bestehenden Anlagen noch mit Ihren Anlagezielen übereinstimmen und passen Sie diese gegebenenfalls an. Daneben sollte der Anleger dann auch die Wertentwicklung betrachten. Falls sich Aktien besser entwickelt haben als die anderen Anlagen, kann man zukünftig einen geringeren Betrag in Aktien investieren und dabei trotzdem das ursprünglich gewünschte Verhältnis beibehalten.


Auch an den Aktienmärkten gilt "America First"

24.10.2018

Dank Steuersenkungen, Infrastrukturmaßnahmen, Digitalisierung und Deregulierungen präsentiert sich die US-Wirtschaft stark. Diese Standortqualitäten überzeugen auch viele europäische und asiatische Unternehmen, in Amerika zu investieren. Selbst zukunftsweisende Innovations- und Forschungsaktivitäten werden immer mehr dort und nicht in den Heimatländern vorgenommen. So kommt Amerika auch in den Genuss deutscher Industriegüterkultur.

Im transatlantischen Aktienvergleich kommen für Deutschland weitere Handicaps hinzu. Unsere Exportwerte sind von einem Handelskonflikt naturgemäß stark betroffen. Daneben belasten hausgemachte Probleme wie der Dieselskandal oder die Energiewende die Auto- und Energiewerte. Und Bayer sieht sich wegen der Übernahme von Monsanto mit einer Klagewelle konfrontiert.

Insgesamt schlägt sich dies in einer im Trend zu beobachtenden Besserentwicklung amerikanischer zu deutschen Standardaktien nieder.

Technologie boomt vor allem in Amerika

Technologieunternehmen - gerade auch die Startups - fühlen sich nirgendwo so zuhause wie in den USA. Mittlerweile sind sie zwar hoch bewertet, Apple und Amazon haben einzeln fast so viel Marktkapitalisierung wie der gesamte DAX. Allerdings haben die heutigen High Tech-Werte mit der früheren Dotcom-Blase nicht mehr viel gemein. Aus der damals heißen Luft ist heute renditestarke Substanz mit Nachhaltigkeitseffekt geworden. Denn die Digitalisierung braucht als neues Megathema den Vergleich mit der Erfindung der Dampfmaschine nicht zu scheuen.

Allerdings ist es für die etablierten Tech-Riesen eine Bringschuld, sich in die Tiefe wie Breite weiterzuentwickeln. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, erleidet das Börsenschicksal von Nokia.

Der US-Protektionismus kommt als Bumerang zurück

Einst hatte der Freihandel Amerikas Konsumgüter weltweit verkaufbar gemacht. Zudem griffen US-Unternehmen umfänglich auf ausländische Produktionsstandorte zurück und profitierten so von Lohnkostenvorteilen. Doch wenn über Handelsschranken jetzt die Binnennachfrage in den USA nicht mehr durch kostengünstige Auslandsware aus China, sondern national befriedigt werden muss, kommt es zu Kapazitätsüberlastungen in der Industrie und schließlich hoher Inflation, die der amerikanische Verbraucher zahlen muss. Und wenn US-Konzerne zur Umgehung von Umsatzeinbußen aufgrund der bereits eingeführten und noch zu erwartenden Gegenzölle in Europa und China weniger in Amerika, sondern direkt in ihren ausländischen Absatzmärkten produzierten, gehen viele US-Arbeitsplätze verloren. Dann wäre selbst Amerika keine Insel der Aktien-Glückseligkeit mehr.

Vor diesem Hintergrund wird der Handelsstreit nicht so heiß gegessen wie er gekocht wurde. Immerhin hat Präsident Trump bereits ein Handelsabkommen mit Mexiko geschlossen, also mit jenem Land, das eigentlich durch eine Mauer von Amerika getrennt werden sollte.

Amerikas Schulden als Damoklesschwert?

Die USA verdanken ihren Wirtschaftsaufschwung nicht zuletzt einer massiven Neuverschuldung, mit der u.a. die Steuerreform bezahlt wird und die auf einen bereits bedenklich hohen Schuldenstand trifft. Um keine neue Schuldenkrise zu riskieren, nimmt die US-Notenbank Abstand von übertriebenen Zinserhöhungen und Liquiditätsabzug. Mit dieser Homöopathie will sie auch kein Öl in das schwelende Krisenfeuer einzelner Schwellenländer gießen, was dann schnell in einen weltweiten Flächenbrand ausarten könnte. Dann käme es auch zum Ausverkauf bei Aktien. Über Risikoscheu bei Konsumenten und Unternehmen führte dies anschließend zu einer Weltrezession. Und so gilt eine alte römische Weisheit auch für die Geldpolitik: Wehret den Anfängen. Die Rückkehr zur normalen geldpolitischen Stabilität ist verbaut.

Selbst in Amerika wachsen die Bäume zwar nicht in den Himmel. Und an zwischenzeitliche Kursschwankungen vor allem bei Tech-Aktien werden sich die Anleger gewöhnen müssen. Dennoch, langfristig betrachtet bleiben US-Aktien attraktiv.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



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