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19. September 2018


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Baufinanzierung mit variablen Darlehen

Tipps für den Aktienkauf

Droht den Aktienmärkten der Herbststurm "Quattro Infernale"?


Baufinanzierung mit variablen Darlehen

19.09.18

Auch heutzutage ist der Kauf einer eigenen Immobilie für die meisten Menschen die größte Investition im Leben. Bei der Finanzierung der Immobilie sollten sich Käufer genauestens über die Finanzierung und die Möglichkeiten der Rückzahlung eines Kredits informieren. Neben einer flexiblen Tilgung oder Sondertilgungen gibt es immer häufiger die Möglichkeit variable Zinsen für ein Hypothekendarlehen in Anspruch zu nehmen.

Immer mehr Banken und Kreditvermittler bieten Baudarlehen mit variablen Zinsen an. Kreditnehmer zahlen hier im Gegensatz zu einer regulären Baufinanzierung keine fixen Sollzinsen. Stattdessen wird der Zinssatz regelmäßig - üblicherweise alle drei Monate - an den aktuellen Zinssatz angepasst - sowohl nach oben als auch nach unten. Das variable Darlehen bietet sich besonders als Ergänzung zu einem Festzinsdarlehen an. So können Zusatzeinnahmen jederzeit für Sondertilgungen zu verwendet werden.

Bei gängigen Annuitätendarlehen legen Sie sich üblicherweise für einen festen Zeitraum mit festen Zinsen fest. Dies bietet dem Kreditnehmer eine hohe Sicherheit. Der variable Zinssatz birgt dagegen eine gewisse Unsicherheit, da die monatliche Rate quartalsweise steigen oder sinken kann.

Vorteile

Der große Vorteil der variablen Darlehen ist deren Flexibilität. Der Kreditnehmer kann jederzeit mit der gesetzlichen Frist von drei Monaten kündigen. Bei weiter sinkenden Zinsen ist ein günstiger Wechsel zu einem Festzinskredit meistens problemlos möglich.

Durch die dreimonatige Kündigungsfrist ist es dem Kreditnehmer möglich vollständig zu tilgen oder Sondertilgungen vorzunehmen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung entrichten zu müssen. Dies ist besonders für Kreditnehmer mit unregelmäßigen oder schwankenden Einnahmen interessant.

Ein variables Darlehen ist besonders als Zwischenfinanzierung geeignet, wenn die Ablösung des Darlehens bereits absehbar ist, wie beispielsweise durch den Verkauf der alten Immobilie.

Risiken

Die Zinsentwicklung ist nicht vorherzusehen und dadurch besteht immer die Gefahr, dass die monatliche finanzielle Belastung stark ansteigen kann. Dieses Risiko lässt sich mit einer festgelegten Zinsobergrenze verringern - allerdings ist dieser sogenannte Zinscap nicht kostenlos.

Durch eine sich möglicherweise alle drei Monate ändernde Kreditrate ist die finanzielle Planung schwieriger und unterliegt damit einem höheren finanziellen Risiko.


Tipps für den Aktienkauf

19.09.2018

Bei der privaten Vermögenstrategie sollten auch Akten im Portfolio nicht fehlen. Wir zeigen Ihnen, welche Fragen Sie sich vor dem Aktienkauf stellen sollten und geben Ihnen Tipps für einen erfolgreichen Einstieg in die Geldanlage mit Aktien.

1. Definieren Sie Ihre Ziele

Legen Sie den zu investierenden Betrag fest und definieren Sie das akzeptable Risiko. Bei Ihrem Renditeziel sollten Sie den Anlagehorizont im Blick haben.

2. Investieren Sie ausschließlich freies Kapital

Legen Sie nur Geld an der Börse an, das Sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht für den Lebensunterhalt oder größere Anschaffungen benötigen. Andernfalls riskieren Sie, Ihre Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen. Grundsätzlich sollte Ihr Portfolio ausgeglichen sein, daher empfehlen sich neben Investitionen in Aktien immer auch Anlagen in Fest- und Tagesgeldanlagen.

3. Streuen Sie das Risiko

Um das Risiko breiter zu streuen, sollte stets in Aktien verschiedener Branchen und Länder investiert werden. Eine Möglichkeit dies zu tun sind sogenannte Indexfonds. Diese bilden einen gesamten Aktienindex nach. So kann Ihr Portfolio Kursverluste besser verkraften.

4. Achten Sie auf die Kosten

Die Kosten wie z.B. die Gebühren für einen Aktienkauf wirken sich direkt auf die Rendite aus. Achten Sie deshalb stets auf geringe Kosten für Kauf, Verwaltung und Verwahrung Ihrer Aktien

5. Denken Sie langfristig und bleiben Sie gelassen

Als Aktionär sollten Sie in einem langfristigen, mehrjährigen Zeithorizont denken. Tagesaktuelle Nachrichten zu Strafzöllen oder Währungsschwankungen sollten nicht zu überhasteten Käufen oder Verkäufen verleiten.


Droht den Aktienmärkten der Herbststurm "Quattro Infernale"?

19.09.2018

Gleich vier Krisen - das Quattro Infernale - deuten auf deutliche Aktienverluste im Herbst hin.

Krise 1: Handelskrieg bedroht Exportaktien

Der US-Präsident bemängelt, dass amerikanische Autos in Europa wenig Anklang finden, während Amerikaner viel Freude am Fahren deutscher Fahrzeuge haben. Doch statt diese Marktwirtschaft zu akzeptieren, droht ein Handelskonflikt, der deutschen Autobauern und ihren Aktien Zucker in den Tank schüttet.

Krise 2: Brexit als schmutzige EU-Scheidung

Um den Wirtschaftsschaden nach dem Brexit zu begrenzen, verlangt die britische Premierministerin May von der EU eine Freihandelszone für Güter und Agrarprodukte. Außerdem will London bei Dienstleistungen und Finanzen sein eigenes Süppchen kochen. Diese Vollkasko-Scheidung muss die EU ablehnen, um keine Trennungsanreize bei anderen aufkommen zu lassen. Kommt es zu einem Scheidungskrieg ohne Einigung wird der deutschen Exportwirtschaft die dann einbrechende britische Kaufkraft fehlen. Noch schlimmer ist, dass der britische Exodus die europäische Gemeinschaft geopolitisch und wirtschaftlich gegenüber Amerika und China schwächt. Denn wenn Finanzinstabilität und Reformunbeweglichkeit immer mehr ins Kraut schießen, verlieren europäische und deutsche Aktien an Attraktivität.

Krise 3: Große Schuldenkrise in Italien

Droht Europa eine neue, jetzt aber große Euro-Schuldenkrise, weil Italien im Gegensatz zu Griechenland von entscheidender Bedeutung ist? Mit deutlich gestiegenen Risikoaufschlägen italienischer zu deutschen Staatspapieren dokumentieren die Zinsmärkte tatsächlich, dass sie die Schuldentragfähigkeit Italiens skeptisch sehen.

Krise 4: Neue Weltfinanzwirtschaftskrise durch Schwellenländer

Da die Emerging Markets immer mehr Wirtschaftskraft auf sich vereinen, wächst auch ihr globales Schadenspotential. Die aktuellen Währungseinbrüche in Argentinien und der Türkei werden bereits vielfach als Vorboten einer neuen allgemeinen Krise der Schwellenländer und später der Weltwirtschaft betrachtet.

Wie wird also das Aktien-Herbstwetter?

Auf den ersten Blick sprechen diese Krisen für gewaltige Aktien-Herbststürme. Doch ist auch ein zweiter Blick auf das Herbstwetter anzuraten.

Im Handelsstreit gibt es viele US-Unternehmen, die weder auf Europas Lieferketten noch die Absatzmärkte in Übersee verzichten wollen. Und was spricht gegen mehr US-Importe von Sojabohnen, Flüssiggas und Fracking-Öl nach Europa, damit sich der europäische Handelsbilanzüberschuss zu den USA verringert?

Die flexible deutsche Exportindustrie wird den Ausfall Großbritanniens zunehmend ersetzen können. Und wie weh tut es eigentlich noch, wenn die Stabilitätsunion doch ohnehin regelmäßig vermöbelt wird?

Oder glaubt irgendjemand, dass der Stiefel in den europäischen Schuldturm geworfen wird? Brüssel will Eurozone und EU nach Brexit doch unbedingt zusammenhalten. Und einem nachhaltigen Vertrauensverlust Italiens an den Anleihemärkten wird sich die EZB wie gewohnt entgegenstemmen.

In puncto Schwellenländer gibt es die bad boys, die glauben, wirtschaftliche Naturgesetze aushebeln zu können. Da bekommt das Auslandskapital Flügel und die Währung verliert massiv an Wert. Aber es gibt auch die good boys, die finanziell, wirtschaftlich und währungsseitig gut dastehen. Nicht zuletzt bremst die US-Notenbank die Anziehungskraft Amerikas als Fluchthafen für Kapital aus Asien und Lateinamerika mit einer vergleichsweise ruhigen Zinserhöhungspolitik.

Sicher kann niemand schwarze Schwäne ausschließen. Doch die Finanzgeschichte lehrt, dass jede Krise in den letzten 10 Jahren Aktienmärkte nur kurzfristig aus der Ruhe bringen konnte. Grundsätzlich fürchten Geldpolitiker einen Weltwirtschaftseinbruch wie 2008, der einem neuerlichen Aktien-Crash wieder folgen würde. Besser jetzt vorbeugen, als später heilen.

Eine erhöhte Schwankungsbreite bei Aktien ist zwar einzukalkulieren, aber kein verheerender Vierfaltigkeitssturm.

Auch der Herbst hat noch schöne Aktien-Tage.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



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