pbb Logo

20. Februar 2018


Aktuelle Artikel

Steuern auf Investmentfonds

Betrug bei Kryptowährungen

In guten und in schlechten Zeiten - Die besondere Beziehung zwischen Renten und Aktien


Steuern auf Investmentfonds

20.02.18

Zum 1. Januar 2018 trat die Reform der Investmentbesteuerung (InvStrefG) in Kraft, die sich insbesondere auf Aktien-, Misch- und Investmentfonds sowie ETFs (Exchange Traded Funds) auswirkt. Die EU-Kommission möchte so eine Gleichbehandlung von inländischen und ausländischen Investmentfonds erreichen.

Durch das neue Gesetz soll die Besteuerung verständlicher und einfacher werden. Zukünftig wird die führende Depotbank die Steuer für alle Arten von Investmentfonds berechnen und einbehalten. Dabei werden alle Investmentanteile zukünftig nach der gleichen Systematik besteuert. Es gibt keine Unterschiede mehr in der Besteuerung von ausschüttenden oder thesaurierenden, in- oder ausländischen Investmentanteilen. Durch dieses Vorgehen soll die Steuererklärung einfacher werden, da für thesaurierende Investmentanteile keine Extraangaben mehr notwendig sind.

Außerdem entfällt nun der Bestandsschutz für Investmentfonds, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden. Alle Fondsanteile gelten nun als am 31. Dezember 2017 fiktiv verkauft und am 1. Januar 2018 als neu angeschafft. Bei diesem fiktiven Verkauf am 31.12.2017 erzielte Gewinne bleiben steuerfrei. Die Gewinne ab 2018 werden aber besteuert. Für diese zukünftig anfallenden Gewinne gilt seit Januar 2018 ein Freibetrag von 100.000 Euro.

Teilfreistellungen entlasten
Um die Anteilseigner für die zukünftig geringeren Erträge zu entlasten, enthält das Investmentsteuerreformgesetz eine Entlastung: Die Abgeltungsteuer gilt nun nicht mehr für die gesamten Erträge. Die Höhe der Freistellung hängt dabei von der Fondsart ab. Bei einem Aktienfonds, ein Fonds der mindestens 51 Prozent in Aktien anlegt, beträgt die Teilfreistellung 30 Prozent. Bei einem Mischfonds, Fonds mit wenigstens 25 Prozent Aktien, beträgt die Teilfreistellung 15 Prozent.

Riester- oder Rüruprenten sind von diesen Änderungen nicht betroffen. Auch bei Anlagen in fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen bleiben Dividenden und Zinsen während der Ansparphase frei.

Betrug bei Kryptowährungen

20.02.2018

Vor einiger Zeit haben wir in unserem Newsletter über Kryptowährungen informiert. Der enorme Wertanstieg von BitCoins im letzten Jahr macht diese Währung zunehmend auch für Neueinsteiger interessant. Oft verfügen diese aber weder über ein solides Finanzwissen noch über das entsprechende Technikverständnis, um die komplizierte Funktionsweise zu verstehen. Diese Schwäche versuchen Betrüger auszunutzen.

Meist versuchen die Betrüger menschliche Schwächen auszunutzen. So erhalten User beispielsweise E-Mails, die angeblich Bitcoin-Codes beinhalten. Werden diese Codes geklickt, landet der Anwender auf einer manipulierten Webseite auf der persönliche Daten abgefragt werden. Oftmals soll auch ein Startkapital gezahlt werden.
Eine weitere Betrugsmasche kann das sogenannte Initial Coin Offering sein. Bei einem Börsengang (Initial Public Offering) erhalten Anleger Firmenanteile (Aktien) für ihre Investition. Beim ICO geben die emittierenden Unternehmen Tokens heraus. Diese Tokens sind ein Anteil an der betreffenden Kryptowährung. Allerdings ist ein ICO im Unterscheid zu einem IPO bislang eine unregulierte Methode des Crowdfundings. ICOs sind anfällig für Betrug, da Anleger häufig nur wenige Informationen über das Unternehmen erhalten und auch nur einen geringen Verbraucherschutz genießen.

Um den Markt zukünftig sicherer und transparenter zu gestalten erwägen sowohl die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) als auch die deutsche BaFin zukünftig die jeweilige Wertpapiergesetzgebung auf ICOs anzuwenden. Zudem veröffentlichte die BaFin im November 2017 eine Verbraucherwarnung zu ICOs.

Nicht nur der Kauf einer Kryptowährung birgt Risiken für Anleger, auch die Aufbewahrung der Digitalwährung bietet Betrügern Ansatzpunkte. Denn wie echte Geldbörsen können auch die digitalen Wallets (Geldbörsen) geklaut werden.

Ein seriöser Anbieter sollte daher immer Wallets anbieten, die aus zwei Komponenten beziehungsweise Adressen bestehen. Einem öffentlichen Schlüssel und einem privaten Schlüssel. Erster wird verwendet um Zahlungen zu erhalten, während letzter benötigt wird um digitale Beträge von der öffentlichen Adresse zu transferieren. Über die elektronisch Währung kann demnach nur derjenige verfügen, der auch den privaten Schlüssel besitzt. Es ist außerdem wichtig, dass der persönliche Schlüssel offline verwahrt wird. Nur so können User sicher sein, nur selbst den persönlichen Key zu besitzen.

Wie bei allen Investitionen sollten Anleger sich auch bei Kryptowährungen genau über Anbieter informieren und sich vergewissern, die Details des Investments sowie dessen Risiken vollständig zu verstehen. Hohe Gewinnversprechen sollten Anleger grundsätzlich misstrauisch machen.


Kolumne von Robert Halver: In guten und in schlechten Zeiten - Die besondere Beziehung zwischen Renten und Aktien

20.02.2018

Die Verwandtschaft von Zinspapieren und Aktien konnte seit 2008 mustergültig beobachtet werden: Massiv steigende Kurse von Rentenpapieren und insofern schwache Zinsen haben Aktien als Alternativanlageklasse einen beispiellosen Bullenmarkt beschert. Ohne die Anlageblase im Zinsvermögen wäre die Aktien-Rallye deutlich weniger üppig ausgefallen.

Doch an den Rentenmärkten wird die Zinswende immer mehr zum Anlegerthema des Jahres. Es passt ja auch alles gut zusammen. Die Weltkonjunktur läuft so robust wie seit sieben Jahren nicht mehr, die Schwellenländer haben sich eindeutig erholt, US-Präsident Trump hat mit seiner Steuerreform den Turbo in der US-Wirtschaft gezündet und selbst im lange krisengeschwächten Europa wächst die Wirtschaft wieder.

Ist da eine scharfe Inflation nicht nur noch eine Frage der Zeit? Und wenn sich diese dann in höheren Risikoaufschlägen bei Zinsen niederschlägt, ist der Markt für Zinspapiere schnell von Dur nach Moll gewechselt. Immerhin haben wir es am Rentenmarkt mit einer Aufwärtsbewegung seit 1981 zu tun, die längste in der Finanzgeschichte. Und hat nicht alles irgendwann einmal ein Ende?

Tatsächlich, würde die Rentenblase mit der Folge deutlich steigender Zinsen platzen, wären die Überbewertungen von Aktien nicht mehr zu halten, zumal teurere Kreditzinsen die Unternehmensgewinne schmälerten. Der Aktienmarkt erlebte das Schicksal eines alternden Boxers: Der letzte Kampf war einer zu viel.

Aber wie fundamental berechtigt ist eine deutliche Zinswende wirklich? Der im zweiten Halbjahr 2017 zu beobachtende Ölpreisanstieg ist bereits wieder abgeflaut. Inflationsdruck ist auch seitens Lohnsteigerungen nicht absehbar, die durch einen international scharfen Standortwettbewerb und zunehmende Digitalisierung gehemmt sind. Wir haben es mit einem inflationsarmen Wirtschaftsaufschwung zu tun. Vor diesem Hintergrund sorgt sich die US-Notenbank sogar davor, dass aus etwas Inflation jetzt schnell wieder ein bisschen Deflation später werden kann. Dazu genügt ein kleiner konsum- und investitionshemmender Schock, egal wo er herkommt.

Früher wurde Inflation von Notenbanken noch bekämpft, heute wird sie herbeigesehnt wie die Oase von der Karawane. Deflationierende Erschütterungen seitens einer restriktiven Geldpolitik will man unbedingt vermeiden. Auch für die US-Notenbank ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.

Und dann gibt es da noch das Systemrisiko. Die internationalen Notenbanken haben kein Interesse an übertriebenen Zinserhöhungen oder massiven Liquiditätsabzügen, die eine neue Schuldenkrise begünstigen. Wie will man denn die Gesamtweltverschuldung von etwa 250 Billionen US-Dollar mit höheren Kreditzinsen stemmen? Nicht zuletzt ist die EZB für das nach der Euro-Krise wieder erreichte Niveau an Finanzstabilität dankbar.

Zur großen praktischen Zinswende kommt es nicht. Allerdings wird die theoretische Zinsangst an den Anleger-Schuhen kleben wie Kaugummi. Die insofern zu erwartenden, stärkeren Schwankungen bei Zinspapieren werden sich über den besonderen Beziehungsstatus daher auch bei Aktien zeigen. Doch sollte man sich über zwischenzeitliche Eintrübungen bei Aktien nicht grämen. Ihnen kann man mit regelmäßigen Ansparplänen gut begegnen. Denn im günstigen Einkauf liegt auch bei Aktien der langfristige Gewinn.

Entscheidend ist: Von einer großen Explosion an den Finanzmärkten wird man nichts hören. Die Rentenblase wird nicht platzen und damit auch nicht die am Aktienmarkt.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128




Dieser Newsletter ersetzt weder eine qualifizierte Anlageberatung noch eine rechtliche oder steuerliche Beratung. Wenden Sie sich hierzu bitte an einen qualifizierten Berater Ihres Vertrauens.