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22. Januar 2018


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Geldanlage in verschiedenen Altersklassen

Kapitalmarktausblick 2018: Es spricht mehr für das 10. Jahr des Aktienaufschwungs als dagegen


Geldanlage in verschiedenen Altersklassen

23.01.18

Um im Alter nicht den Lebensstandard zu ändern, ist es wichtig schon früh durch aktive Geldanlage vorzusorgen. Zunächst sollten dabei Anlageziele und der Zeithorizont definiert werden. Dabei ist immer die persönliche Renditeerwartung im Vergleich zur eigenen Risikobereitschaft zu berücksichtigen. Je nach Altersklasse können sich die Anlageoptionen dann unterscheiden.

Berufseinsteiger: 20 bis 30 Jahre

Berufseinsteiger leiden noch häufiger unter Geldknappheit und zu Beginn der Arbeitsphase steht oft die Wohnungseinrichtung oder Familiengründung im Vordergrund. Nach der Tilgung möglicherweise vorhandener Schulden sollte auch das Ansparen einer liquiden Reserve Priorität genießen.

Auch kurzfristig hohe Renditen können Investments am Aktienmarkt bieten - allerdings sind diese auch mit entsprechenden Risiken verbunden. Bei einem Anlagehorizont von mehr als 5 Jahren können auch Sparpläne oder Festgelder eine rentable Anlagemöglichkeit sein.

Mitten im Leben: 30 bis 45 Jahre

In dieser Lebensphase wächst häufig der Anspruch - auch an die eigene Finanzplanung. Trotz der gestiegenen Bedürfnisse an Wohnung, Haus oder Urlaub sollte der langfristige Vermögensaufbau nicht aus den Augen verloren werden.

Die solideste Art der Vorsorge bleibt das Eigenheim, das im Rentenalter ein mietfreies Wohnen ermöglicht. Im Anlageportfolio sollte eine ausgewogene Mischung zwischen liquiden Mitteln und verschiedener Anlageklassen mit unterschiedlichen Laufzeiten berücksichtigt werden.

Bestager: 45 bis 65 Jahre

Für Immobilienbesitzer steht hier an erster Stelle die Tilgung von Hypotheken. In den Vordergrund rückt nun aber auch die Absicherung des bisher Ersparten. Dazu bieten sich verzinsliche Staatsanleihen von Staaten mit einer hohen Kreditwürdigkeit an, selbst bei nur niedrigem Zinsertrag. Eine detaillierte Gegenüberstellung der (zukünftigen) Einnahmen und Ausgaben sollte nun ebenfalls erstellt werden.

Rentenalter

Je älter der Anleger ist, desto kürzer sollte die Laufzeit einer Anlage sein. Sinnvoll sind risikoarme Anlagen, bei denen ein Teil oder der gesamte Anlagebetrag jederzeit verfügbar ist. Aktieninvestments empfehlen sich dagegen nur noch vereinzelt. Denn bei der Anlage in Aktien oder Aktienfonds sollten Anleger mit langen Anlagezeiträumen rechnen um mögliche, anfallende Verluste ausgleichen zu können.


Kolumne von Robert Halver:Kapitalmarktausblick 2018: Es spricht mehr für das 10. Jahr des Aktienaufschwungs als dagegen

23.01.2018

Insbesondere exportsensitiven deutschen Aktien kommen die robusten Konjunkturperspektiven zugute. Tatsächlich wächst die Weltwirtschaft 2018 so stark wie zuletzt vor Ausbruch der Schuldenkrise.

Diese Einschätzung konterkariert auch die Geldpolitik nicht, die sich bislang als markanter Aktientreiber gezeigt hat. Selbst wenn die EZB ihre Anleihekäufe Ende September 2018 einstellen sollte, würde die rekordhohe Liquiditätsausstattung der Eurozone nicht sinken. Ohnehin wird die EZB die eigentlichen Leitzinsen noch für längere Zeit bei null belassen.

Denn der globale Wettbewerbsdruck und eine lohnkostendrückende Digitalisierung sprechen gegen eine markante Inflation, die geldpolitisch bekämpft werden müsste. Hinzu kommt die ausbleibende Preisbeschleunigung bei Rohstoffen. Jede Förderkürzung bei konventionellem Opec-Öl, die zunächst zu einem Preisanstieg führt, wird von der Fracking-Industrie in den USA im Sinne einer margenträchtigen Ausweitung ihrer alternativen Ölproduktion gnadenlos ausgenutzt, was den Ölpreis schließlich wieder fallen lässt. Noch bis 2020 prognostiziert die EZB kein Erreichen ihres Inflationsziels von zwei Prozent.

Mit ihrer sehr überschaubaren Liquiditätsverknappung und Leitzinserhöhungen, die weiterhin unter der Inflationsrate liegen, betreibt ebenso die weltweit bedeutendste Notenbank der Welt, die Fed in den USA, keine wirklich restriktive Geldpolitik. Sie schont die (Welt-)Konjunktur sowie die Finanzmärkte und verhindert Kollateralschäden mit Blick auf die hohe Überschuldung Amerikas.

Insofern bleiben die Zinsen auf Staatspapiere 2018 auf schwachem Niveau. Als Zinsalternative bieten sich Dividenden an. So werden 24 der 30 DAX-Unternehmen aller Voraussicht nach ihre Dividende für das Geschäftsjahr 2017 anheben. Insgesamt schütten alle DAX-Unternehmen mit schätzungsweise ca. 35 Mrd. Euro die höchste jemals gezahlte Dividendensumme aus. Aktuell wartet der DAX mit ca. 2,8, der Euro Stoxx 50 mit 3,3 und ein reiner Euro-Dividendenindex mit rund 4,5 Prozent Dividendenrendite auf. US-Unternehmen zahlen übrigens sogar viermal im Jahr Dividende aus. Grundsätzlich verfügen Anleger mit dividendenstarken Aktien über ein ordentliches Risikopolster gegen Kursverluste. Überhaupt, mit wiederangelegten Dividenden lässt sich ein alternativer Zinseszinseffekt darstellen.

Insgesamt ist für den deutschen Leitindex DAX bis Ende 2018 ein Jahresendstand von 14.000 Punkten gerechtfertigt.

Aber auch der US-Aktienindex S&P 500 verfügt über weiteres Potenzial bis 2.850 Punkte. Steuersenkungen für Privathaushalte und Firmen führen zu Umsatz- und Gewinnverbesserungen amerikanischer Unternehmen. Nicht zuletzt wirken steigende Gewinne der hohen Bewertung von US-Aktien entgegen.

2018 sollten ebenfalls die Schwellenländer als Depotbeimischung Beachtung finden. So werden vor allem die asiatischen Länder immer mehr als ernstzunehmende Konkurrenten für die klassischen Industrieländer eingestuft. Mit zunehmendem Anteil an der weltweiten Wertschöpfung, stabilen Fundamental- und Bonitätsdaten, einer technologischen Aufholjagd und mit Blick auf ihre zunehmende geopolitische Bedeutung dürfte sich ihr Rückstand in der Wertentwicklung zu den Industrieländern weiter verengen.

Die bereits hohen Kursniveaus halten viele Anleger von Aktienengagements ab. Auch wird eine höhere Schwankungsbreite der Aktienmärkte befürchtet. Genau diese spricht aber für regelmäßige Aktiensparpläne. Bei steigenden Aktien nehmen die Anleger Kurssteigerungen mit. Und bei fallenden Aktien profitieren sie von der uralten kaufmännischen Weisheit "Im Einkauf liegt der Gewinn". Denn die Finanzgeschichte lehrt: Alle Kursverluste von Aktien wurden immer wieder nicht nur aufgeholt, sondern durch Kursgewinne übertroffen.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



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