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16. Oktober 2017


Aktuelle Artikel

SCHUFA-Eigenauskunft einholen

Aufbewahrungsfristen wichtiger Dokumente

Der Höhenflug der US-Aktien muss noch nicht beendet sein


SCHUFA-Eigenauskunft einholen

16.10.17

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditabsicherung (kurz: Schufa AG) ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Sie wurde von Unternehmen zum Austausch von Zahlungserfahrungen gegründet und dient als Schutz vor Zahlungs- oder Kreditausfällen. Im Rahmen dessen bietet sie ihren über 9000 Vertragspartnern Informationen zu Bonität von Einzelpersonen und Unternehmen an.

Laut eigener Aussage verfügt die SCHUFA in Deutschland über Daten zu 67,2 Millionen Privatpersonen und zu 5,3 Millionen Unternehmen. Hierfür hat das Unternehmen über 813 Millionen Einzeldaten gespeichert. Täglich bearbeitet die Schufa rund 380.000 Anfragen.

Der SCHUFA-Score

Die Schufa ermittelt anhand aller ihr zur Verfügung stehenden Daten einen individuellen Wert (Score). Dieser Wert liegt immer zwischen 0 und 100 und gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Kredit beglichen wird. Je höher der Wert, desto höher die Kreditwürdigkeit der angefragten Person oder Unternehmens. Die SCHUFA muss dabei nicht veröffentlichen, wie sie die Wahrscheinlichkeiten ermittelt. Auch die Gewichtung der einzelnen persönlichen Daten legt die Schufa nicht offen.

Welche Daten erhebt die SCHUFA über Privatpersonen?

Alle von der SCHUFA gespeicherten Daten werden von den Vertragspartnern übermittelt. Die SCHUFA selbst sammelt keine Daten. Gespeichert werden persönliche Daten wie Namen, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift und der ermittelte SCHUFA-Score. Auch Informationen zu Bankkonten, Kreditkarten, Leasingverträgen, Handyverträgen, Versandhandelskonten, Ratenzahlungen oder Krediten und Bürgschaften werden einbezogen.

Die Schufa speichert keine Daten über Familienstand, Beruf oder Nationalität. Es werden also nur statistische Daten erhoben.

Alle gesammelten Daten müssen nach einem festgelegten Zeitraum wieder gelöscht werden. Angaben zu abbezahlten Krediten werden taggenau drei Jahre nach dem Tag der Rückzahlung gelöscht, Daten zu Kreditkartenkonten taggenau drei Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung. Angaben über Anfragen beispielsweise von Banken werden auf den Tag genau 12 Monate nach der Anfrage gelöscht.

Eigenauskunft einholen

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) gibt jeder Einzelperson das Recht, eine Auskunft über die über sie gespeicherten Daten und den persönlichen SCHUFA-Score einzuholen. Dies verpflichtet auch die Schufa zur Auskunftserteilung.

Neben den Daten selbst, muss die Schufa auch belegen, woher sie die Daten bezogen hat und an wen die Daten weitergegeben wurden. Darüber hinaus ist die SCHUFA ebenfalls verpflichtet, fehlerhafte Daten zu korrigieren.

Laut § 34 Bundesdatenschutzgesetz hat jeder Bürger das Recht einmal jährlich eine kostenlose Auskunft zu beantragen. Dazu bietet die Schufa zwei Möglichkeiten für eine Eigenauskunft an:
  • Einerseits über das SCHUFA-Onlineportal ( meineschufa.de ),
  • andererseits über den schriftlich wahrzunehmenden Service "Bonitätsauskunft".


Beide von der Schufa angebotenen Möglichkeiten sind kostenpflichtig.


Aufbewahrungsfristen wichtiger Dokumente

16.10.2017

Für die Aufbewahrung von Unterlagen gelten sehr unterschiedliche Fristen. Kontoauszüge, Kaufbelege oder Geburtsurkunden sind somit verschieden zu behandeln. Einige Dokumente sollten nie entsorgt werden, wohingegen andere Unterlagen die eigene Dokumentensammlung zu einem unübersichtlichen Archiv anwachsen lassen.

Lebenslange Aufbewahrung

Persönliche Dokumente wie Geburtsurkunde, Sterbeurkunden von Angehörigen oder die Heirats- und Scheidungsurkunde müssen ein Leben lang aufbewahrt werden. Auch Schul- oder Hochschulzeugnisse und Dokumente zu Berufsabschlüssen, ärztliche Gutachten oder Belege über Immobilieneigentum müssen auf Lebenszeit verwahrt werden.

Unterlagen, die die berufliche Laufbahn dokumentieren, müssen dagegen nur bis zum Renteneintritt und Klärung des Rentenanspruchs aufgehoben werden. Dazu gehören z.B. Arbeitsverträge, Kündigungen, Gehaltsabrechnungen oder Sozialversicherungsnachweise.

Tipp: Informieren Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung über Ihr Rentenkonto. Ihr Rentenkonto bildet die Grundlage für Ihre spätere Rente. Je früher Sie die Richtigkeit der Daten klären, desto früher können Sie sich um möglicherweise fehlende Belege kümmern. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Bankunterlagen

Für Kontoauszüge gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Es bietet sich aber an, Kontoauszüge für die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren aufzubewahren. Bei pbb direkt können Sie Ihre Kontoauszüge für mehrere Jahre rückwirkend ausdrucken.

Versicherungsunterlagen

Vorgaben oder Pflichten zur Aufbewahrung gibt es auch hier nicht. Eine Aufbewahrung der Versicherungspolice, der neuesten Bedingungsänderungen oder der Mitteilungen des Versicherers empfiehlt sich aber für die gesamte Laufzeit.

Unterlagen von Lebens- und Rentenversicherungen sollten Sie dagegen auch über die Laufzeit hinaus nicht entsorgen, da diese oft auch nach Ablauf für die Steuererklärung noch relevant sein können.

Steuerunterlagen

Falls Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen möchten, sollten Sie entsprechende Belege und Quittungen mindesten bis zum Erhalt des Steuerbescheids aufbewahren.

Für Personen mit sehr hohem Einkommen gelten dagegen andere Friste. Wer nach Abzug von Werbungskosten Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte von mehr als 500.000 Euro erzielt, muss seine Steuerunterlagen mit sämtlichen Belegen sechs Jahre lang aufbewahren.

Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Kaufbelege und Handwerkerrechnungen

Da die meisten privat gekauften Sachen eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren haben, empfiehlt es sich die Kassenbelege oder Quittungen mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Handwerkerrechnungen müssen laut Gesetz für zwei Jahre vom Mieter oder Immobilieneigentümer archiviert werden. Dies dient der Bekämpfung von Schwarzarbeit. Da für Baumängel in der Regel eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren gilt, sollten Bauherren solche Rechnungen für diesen Zeitraum vorhalten.

Für die Hausratversicherung müssen Belege oder Rechnungen von sehr teuren Anschaffungen aufbewahrt werden. Die Belege dienen als Beweis bei Verlust durch Brand oder Einbruch.

Bitte beachten Sie, dass für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende häufig andere Bestimmungen gelten als für Privatpersonen.


Kolumne von Robert Halver: Der Höhenflug der US-Aktien muss noch nicht beendet sein

16.10.2017

US-Präsident Trump hat seine ersten neun Monate Amtszeit nicht wie versprochen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Amerikas genutzt. Erstaunlicherweise hat der US-Aktienmarkt dieses Manko bislang nicht nur ignoriert, sondern permanent neue Rekordstände erzielt und dabei immer höhere Bewertungen zugelassen. Steht Aktien-Amerika also wegen "ungerechtfertigter Bereicherung" vor einem deutlichen Kurseinbruch?

Doch es kommt Bewegung in die Standortdebatte. So schlägt die US-Regierung die Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 20 Prozent und die Einführung einer geringen pauschalen Einmalsteuer auf nach Amerika zurückgeführte Auslandsgewinne von US-Konzernen vor. Sicher ist der Weg bis zur konkreten Umsetzung noch weit, zumal eine derartige Steuerreform die bereits dramatische Staatsverschuldung Amerikas noch weiter ansteigen ließe. Doch ist es mittlerweile selbst bei den oppositionellen Demokraten unstrittiger Konsens, dass die USA als Unternehmens-Hochsteuerland im globalen Vergleich einen Standortnachteil haben. Im Vorfeld der Ende 2018 stattfindenden Kongresswahlen wollen sich ohnehin alle Parteien wirtschaftsfreundlich präsentieren.

Tatsächlich glauben US-Wirtschaft und amerikanische Börsen an die frohe Botschaft Steuersenkung. Im Verarbeitenden Gewerbe ist bereits eine spürbare Stimmungsverbesserung festzustellen und das Vertrauen im Dienstleistungssektor liegt auf einem 12-jährigen Stimmungshoch. Da sinkende Steuern zügig nach ihrer Einführung zu Gewinnerholungen führen, sind sie fundamentales Kraftfutter für Aktien. Mit steigenden Gewinnen würde sich übrigens die hohe Bewertung des US-Aktienmarkts relativieren, die sich auf einem Mehrjahreshoch befindet.

Auf Branchenebene kämen die Steuersenkungen zunächst der Industrie zugute. Das wegen Steuerbegünstigung zurückgebrachte Auslandskapital amerikanischer Unternehmen führte zu einem regelrechten Investitionsboom. Allein in Irland halten US-Firmen 1,2 Bill. Dollar Auslandsvermögen. Ebenso würden die US-Tech-Riesen Facebook, Amazon, Alphabet, usw. wohl die Anzahl ihrer ausländischen Produktionsstätten noch einmal überdenken. Vor allem die Standorte in Asien verlören zugunsten der Firmensitze an Attraktivität.

Natürlich drohen über umfangreiche Rückführungen von Auslandskapital Aufwertungsgefahren für den US-Dollar, die den amerikanischen Außenhandel beeinträchtigten. Allerdings verfolgt die nur sanftmütig betriebene, restriktive US-Geldpolitik auch den Zweck, Amerika als Zinsanlageland im Vergleich nicht allzu attraktiv erscheinen zu lassen. Angesichts des internationalen Währungsabwertungswettlaufs zum Wohle der jeweiligen Exportländer wehrt sich die US-Notenbank mit Händen und Füßen gegen eine zu starke Dollar-Befestigung.

Unterstützung für US-Aktien ist insgesamt auch von der Berichtsaison börsennotierter US-Unternehmen für das III. Quartal 2017 zu erwarten. Dabei überkompensiert das starke Gewinnwachstum in der Finanz- und Technologiebranche sowie bei Energieunternehmen die Gewinnrückgänge im Automobil- und Transportsektor. Nicht zuletzt dürften sich die Ausblicke der Unternehmen für 2018 freundlich aufhellen.

Zwar ist eine erhöhte Schwankungsbreite von US-Aktien möglich, die aktuell in der Nähe ihres historischen Tiefs liegt. Nachhaltige Kurseinbrüche an der Wall Street sind aber dann nicht zu befürchten, wenn die US-Regierung ihre Bringschuld einer Steuerreform erfüllt.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



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