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15. August 2017


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Versicherungen regelmäßig prüfen

Finanztipps für den Sommer

Was ist denn mit deutschen Autos los?


Versicherungen regelmäßig prüfen

15.08.17

Versicherungen geben Sicherheit — aber nicht jede Versicherung lohnt sich. Wichtig ist es vor allem, die existenziellen Risiken abzusichern. Kleine zusätzliche Versicherungen führen dagegen oft zu Überversicherung und damit zu hohen, vermeidbaren Kosten. Neben den obligatorischen Kranken- und Kfz-Versicherungen gibt es weitere Versicherungen, die sich in den meisten Fällen lohnen.
  • Privathaftpflichtversicherung: Sie ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, zu empfehlen ist sie aber grundsätzlich jedem. Denn bei jedem verursachten Haftpflichtschaden haftet man prinzipiell mit seinem gesamten Vermögen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Jeder, der seinen Lebensunterhalt verdient, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Im Falle einer Berufsunfähigkeit reicht die staatliche Unterstützung meistens nicht aus.


Daneben sind für bestimmte Personengruppen weitere Versicherungen empfehlenswert:
  • Hausratversicherung: Für alle Haushalte, deren Hausrat einen höheren Wert hat.
  • Auslandskrankenversicherung: Empfehlenswert für gesetzlich und privat Krankenversicherte, falls ein Krankenrücktransport nicht anderweitig abgesichert ist.
  • Tierhalterhaftpflichtversicherung: Für Pferde- und Hundebesitzer oft sinnvoll und in einigen Bundesländern für Hundehalter sogar Pflicht.


Die Stiftung Warentest bietet auf Ihrer Homepage einen Versicherungscheck ( Stiftung Warentest ), der eine gute erste Einschätzung zu notwendigen und unnötigen Versicherungen gibt.

Wo steckt Sparpotenzial?

Bei den großen Posten besteht naturgemäß auch das beträchtlichste Einsparpotential. Bei Kfz-Versicherungen können pro Jahr einige Hundert Euro gespart werden. Ein Vergleich lohnt sich gerade für jüngere Versicherte.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung variieren die Beiträge ebenfalls stark. Je nach Kasse können sie bei bis zu über 16 Prozent des Bruttolohns liegen. Jeder Beitrag über 14,6 Prozent wird alleine vom Arbeitnehmer getragen. Je nach Gehalt lassen sich also auch hier einige Euros sparen.

Wie ermittle ich die besten Tarife?

Bei der Versicherungswahl ist es von Bedeutung, zuerst die gewünschten Leistungen zu definieren. Erst danach suchen Sie zu den passenden Leistungen die günstige Police. Anschließend sollten die Policen regelmäßig in Hinblick auf ausreichenden Schutz und Kosten überprüft werden. Dafür gibt es auch praktische Apps, die Ihnen helfen, den überblick zu behalten und Sparpotential zu finden.


Finanztipps für den Sommer

15.08.2017

Der Sommer 2017 bringt einige Neuerungen rund um Ihr Geld. Die wichtigsten Informationen haben wir für Sie auf einen Blick zusammengefasst.

Höhere Steuerentlastung für besonders umweltfreundliche Autos

Die Steuerentlastung hat ihren Ursprung in der Diskussion zwischen Deutschland und der EU-Kommission um die Pkw-Maut. Die Kommission hegte lange Bedenken wegen einer möglichen Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit. Denn deutsche Autofahrer sollten genau um den Betrag der Maut bei der Kfz-Steuer entlastet werden. Durch eine stärkere Staffelung der Mauttarife für ausländische Fahrer sowie durch eine niedrigere Kfz-Steuer für abgasarme Autos der Euro-6-Emissionsklasse deutscher Halter, konnte der Streit nun beigelegt werden. Dies hat einen positiven Effekt für zahlreiche deutsche Autobesitzer.

Roaming-Gebühren

Durch die Einführung des Roam-Like-At- Home-Prinzips innerhalb der EU wurden am 15.06.2017 die Roaming-Gebühren für Reisende prinzipiell abgeschafft. Für die Nutzung von Datenvolumina während des Auslandsaufenthalts können allerding immer noch Gebühren anfallen. Roaming-Aufschläge können auch erhoben werden, wenn eine festgelegte Grenze ( Fair-Use-Grenze) überschritten wird. Damit soll das Dauer-Roaming — etwa der Kauf einer günstigen SIM-Karte im Ausland für die Nutzung im Inland — unterbunden werden. Falls Ihr Mobilfunkanbieter von keiner der beiden Möglichkeiten Gebrauch macht, können Sie Ihren Tarif ohne weitere Kosten im EU-Ausland nutzen.

Flexirente ab dem 1. Juli

Seit dem 1. Juli 2017 können Rentner mit einer vorgezogenen Altersrente 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Bislang galt eine Grenze von 5.400 Euro. Durch diese — für viele Rentner wohl wichtigste — Änderung ist das Flexirentengesetz (Quelle: Flexirentengesetz ) nun vollständig umgesetzt.


Kolumne von Robert Halver: Was ist denn mit deutschen Autos los?

15.08.2017

Weltweit träumen Menschen davon, ein deutsches Pre-mium-Auto zu fahren. Auf diese Wertschätzung fallen durch die Diesel-Autokrise jedoch Schatten, die sich zuletzt auch in sinkenden Aktienkursen von Daimler, BMW, Volkswagen und Porsche niederschlugen.

Die ausländische Auto-Konkurrenz hat sicher keinen Grund, ihre Hände in Abgas-Unschuld zu waschen. Lon-don, Paris, Rom oder New York sind keine Luftkurorte. Jedoch haben Autos in Deutschland industriell und volkswirtschaftlich eine viel größere Bedeutung. Sie sind unsere Leitindustrie. Etwa 800.000 Jobs und ein Fünftel unserer Exporte hängen davon ab. Und wenn sich beim Diesel Imageschäden einstellen, können diese auf die gesamte deutsche Fahrzeugbranche negativ ausstrahlen.

Zur Krisenbewältigung muss erstens der Diesel gerettet werden. Umherfahrende Diesel-Fahrzeuge müssen auf Kosten der Hersteller um- bzw. nachgerüstet werden. Denn mit Fahrverboten, die zu Enteignungen führen, erleidet die deutsche Diesel-Kultur einen irreparablen Totalschaden. Überhaupt, diese Technologie ist so wenig tot wie der Verbrennungsmotor. Es ist schon bemerkenswert, wie Deutschland sich hier selbst schlecht redet. Was hält uns denn auf, eine konsequente Weiterentwicklung des Diesels mit akzeptablen Abgaswerten zu betreiben? Unsere Auto-Ingenieure sind alles andere als dumm.

Das automobile Industrie-Zeitalter wurde von Deutschland ähnlich beherrscht wie seinerzeit die Welt durch das Römische Reich. Doch jetzt sind wir in der spätrömischen Auto-Epoche angekommen, wo die Konkurrenz ihre Chance sieht, Deutschlands Auto-Thron erfolgreich anzugreifen. Tatsächlich wird sich die Branche immer mehr Richtung digitaler Produktionstechnik, E-Mobilität und Connecitvität entwickeln. Nachdem das Fahrgestell von modernster Robotertechnologie hergestellt wurde, startet die eigentliche Wertschöpfung erst durch z.B. Selbstfahrbarkeit und revolutionäre Kommunikation. Hierbei hat High Tech aus den USA leider die Nase vorn. Im Extremfall könnte zukünftig Amerika, nicht mehr Germania die internationalen Spielregeln der Auto-branche bestimmen.

Also muss sich zweitens auch Deutschland konsequent auf die Digitalisierung einstellen. Hier sind deutsche Autohersteller unbedingt leistungsfähig. Da wir jedoch einem global vergleichsweise viel schärferen Wettbewerb ausgesetzt sind, müssen in Deutschland deutlich technologiefreundliche Standortbedingungen, z.B. Glasfasernetzte, geschaffen werden. Auch zukünftig ist "Vorsprung durch Technik" unsere einzige volkswirtschaftliche Chance.

Das kommt natürlich auch deutschen Autoaktien zugute, die zwar im Vergleich zum Leitindex DAX teilweise nur halb so hohe Bewertung haben. Das gibt Raum für zwischenzeitliche Erholungsbewegungen. Damit sie aber auch langfristig zu attraktiven Investments werden, sind innovationsbegeisterte Hersteller und reformfreudige Autoproduktionsstandorte eine Bringschuld.

Dann gilt für die deutsche Autoindustrie und ihre Aktien wieder das Motto des früheren VW Käfers: Er läuft und läuft und läuft.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128




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