pbb Logo

20. Dezember 2016


Aktuelle Artikel

Quellen für Finanzwissen

Geldanlagen richtig beurteilen

Die Angst der Aktienanleger vor dem Zinsänderungsrisiko


Quellen für Finanzwissen

20.12.16

Ein solides Grundwissen über Geldanlageformen und Finanzen benötigt jeder, der mehr aus seinem Geld machen möchte. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen über spezielle Finanzprodukte oder -instrumente. Wer sein Geld erfolgreich anlegen will, muss auch die ökonomischen Zusammenhängen und den Finanzmarkt verstehen.

Im Internet finden sich zahlreiche Informationen rund um das Thema Geld und Finanzen. Einige besonders hilfreiche Quellen stellen wir Ihnen hier vor.

Die Webseiten des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), der Bundesanstalt für Finanz-dienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Kreditwirtschaft bieten einen guten ersten Überblick über die wichtigsten Begriffe der Finanzwelt und den deutschen Bankenmarkt.

Auf den Webseiten der Deutschen Bundesbank und des Center for Financial Studies der Goethe Universität Frankfurt erhalten Sie weiterführendes Wissen zu Themen wie Finanzstabilität, Konjunktur und Wirtschaft. Insbesondere die Artikel des Center for financial studies geben einen gründlichen Einblick in die Materie und behandeln auch einzelne Aspekte in großer Tiefe.

Neben dem Internet bietet natürlich auch die Fachliteratur eine große Auswahl. Wir haben Ihnen einige Buchtipps aus dem deutschsprachigen Raum zusammengestellt. Wer sich noch weiter zu diesem Thema bilden möchte, kommt nicht umhin sich mit Finanzliteratur zu beschäftigen.
  • Hartmut Walz: Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen, Haufe Fachbuch, 2016
  • Das Buch informiert über sinnvolle Anlagemöglichkeiten und gibt Orientierung bei Geld-, Finanz- und Vorsorgefragen. Prof. Dr. Hartmut Walz lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen und berät führende europäische Großunternehmen. Er verknüpft damit wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse mit langjähriger Branchenerfahrung.
  • Geldanlage ganz konkret: Der unabhängige Ratgeber für Sparer und Anleger, Ver-braucherzentrale NRW, 2013
  • Der Ratgeber legt besonderes Augenmerk auf die Vermittlung von Wissen über Finanzplanung und einzelne Finanzprodukte. Thomas Hammer ist freier Wirtschaftsjournalist, Barbara Rück arbeitet bei der Verbraucherzentrale NRW und berät zu Geldanlage und Altersvorsorge.
  • Werner Bareis, Niels Nauhauser: Lexikon der Finanzirrtümer, Ullstein Taschenbuch, 2011
  • Die Autoren erklären in ihrem Buch die populärsten Finanzirrtümer, die Anleger jedes Jahr einen riesigen Betrag kosten. Somit bietet das Buch eine große Hilfe für alle, die zukünftig lieber selber über ihre Anlagen entscheiden möchten.
  • Helmut Keller: Praxishandbuch Finanzwissen: Steuern - Altersvorsorge - Rechtsfragen, Springer Gabler, 2013
  • Der Autor verfügt über jahrelange Erfahrung in der Beratung von Privatkunden in einer Großbank. Seine zentralen Themen sind finanzielle Grundsicherung, soziale Absicherung und Steuerfragen. Darüber hinaus stellt der Autor dem Leser ein umfangreiches Glossar zur Verfügung.


Der Klassiker aus den USA ist seit Jahren Benjamin Graham: Intelligent investieren , FinanzBuch Verlag; Auflage: 6 (8. Mai 2013) aus dem Jahr 1947.

Seit seiner Erstveröffentlichung gilt dieses Buch als ein Standardwerk über richtiges Investieren. Auch Warren Buffett, ein Student Grahams, ist davon überzeugt: "Mit Abstand das beste Buch, das je über das Investieren geschrieben wurde."

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.


Geldanlagen richtig beurteilen

20.12.2016

Die Zeit zwischen den Jahren nutzen viele, um ihre Finanzen zu prüfen und die Geldanlagen für das nächste Jahr zu planen. Bevor man sich für eine bestimmte Anlageform entscheidet, gilt es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen:

Zunächst sollten Sie sich bei jeder Anlage fragen, wel-chem Ziel diese dienen soll. Dient die Anlage der privaten Altersvorsorge oder dem Vermögensaufbau? Oder wollen Sie aktuelle Marktgegebenheiten auszunutzen? Anschließend können Sie Ihre individuelle Risikobereitschaft für jede Anlage einzeln bewerten. Wollen Sie sicher gehen, dass ihr investiertes Geld nicht verloren geht, empfiehlt sich es sich, eine Anlageform mit einem konservativen oder ausgewogenen Risikoprofil zu wählen. Wenn Sie einen Verlust verkraften können und eine hohe Rendite im Vordergrund steht, ist eine höhere Risikobereitschaft notwendig.

Um zu ermitteln wie hoch das Risiko einer Anlage sein sollte, kann die Beantwortung folgender Fragen hilfreich sein:
  1. Welches Risiko ist nötig, um ihr Anlageziel zu erreichen?
  2. Setzen sie zunächst ein konkretes Ziel für Ihre Anlage.
  3. Wieviel Risiko kann Ihre Anlage verkraften?
  4. Das Verlustrisiko einer Anlage sollte immer nur so hoch sein, dass Sie Ihr angestrebtes Ziel auch bei einem möglichen Verlust erreichen können.
  5. Wieviel Risiko vertragen Sie persönlich?
  6. Damit ist sowohl Ihre persönliche Einstellung als auch Ihre Lebenssituation gemeint. Wie stehen Sie dem Gedanken an Risiko gegenüber? Macht ein hohes Risiko Sie unruhig und nervös, sollten Sie auf der sicheren Seite bleiben. Ist die Ungewissheit kein Problem für Sie, können Sie auch ein höheres Risiko in Kauf nehmen.


Oft wird die Risikobereitschaft auch davon beeinflusst, ob eine bestimmte Rendite angestrebt wird. Um diese zu erzielen, kommen gegebenenfalls Finanzprodukte in Betracht, bei denen der investierte Betrag nicht so sicher ist. Konkretisieren Sie vor einer Geldanlage den möglichen Verlust beispielsweise in Prozentzahlen. Dies hilft Ihnen zu erkennen, welche finanziellen Risiken Sie bereit sind zu tragen.

Schließlich sollten Sie vor einer neuen Anlageentschei-dung auch noch einen Blick auf Ihr aktuelles Portfolio werfen. Denn insgesamt sollte das Risiko aller Ihre Anla-gen immer ausgeglichen sein. So können Anleger, die ihr Geld neben Aktien beispielsweise auch in Tages- und Festgelder, Rentenpapiere und Immobilien angelegen, einen möglichen Börsencrash besser kompensieren.


Kolumne von Robert Halver: Die Angst der Aktienanleger vor dem Zinsänderungsrisiko

20.12.2016

Aktuell sind Zinsen niedrig und Staatspapiere massiv überbewertet. Das sind die Folgen einer internationalen Geldpolitik, die seit 2008 zur Bekämpfung u.a. von Schuldenkrisen beherzt eingegriffen und diese tatsächlich immer wieder entschärft haben.

Von diesen Zinsverhältnissen konnte die größte Alternativanlageklasse Aktien deutlich profitieren. Der deutsche Aktienleitindex DAX befindet sich nicht aus fundamentalen Gründen auf seinem hohen Kursniveau, sondern vor allem wegen der seit 2008 mangelnden Alternativrenditen bei "Zinsvermögen". Zu früheren Zeiten, als risikolose Renditen noch vier und fünf Prozent betrugen, hatte der DAX keine Chance, nachhaltig über 8.000 Punkte zu steigen.

Aber wie gefährdet ist dieses Happy Hour-Szenario für Aktien? Besteht ein markantes Zinsänderungsrisiko? Das Szenario einer durch die neue US-Regierung kalt-gestarteten amerikanischen Konjunktur birgt durchaus Inflationspotenzial. Preissteigernd können sich ebenso Rohstofferholungen durch bereits geplante Ölförderkürzungen der Opec auswirken.

Damit wäre gemäß Lehrbuch der Notenbanken eigentlich die geldpolitische Mobilmachung in Form von Leitzinserhöhungen und Einschränkungen von Geldversorgung auch zum Zwecke der vorbeugenden Inflationsbekämpfung anzuordnen.

Tatsächlich scheinen die Finanzmärkte bereits erste Signale einer Zinswende einzupreisen, die mit Kursver-lusten bei US-, aber auch deutschen Staatspapieren einhergehen. Ginge der Umkehrschub bei Zinsen unvermindert weiter, wären vor allem große Kapitalsammelstellen und Vermögensverwalter gezwungen, ihre gewaltigen Bestände an Anleihen zur Sicherung von Kursgewinnen vorsichtshalber zu verkaufen. Die Zinsen würden noch weiter steigen und insofern noch mehr Verkaufsdruck auslösen. Überhaupt stellt sich die Frage, ob eine seit 1981, also mittlerweile seit 35 Jahren andauernde Anleiheeuphorie nicht endlich nach einer Trendumkehr verlangt?

Dann hätte der Aktienmarkt schlechte Karten: Denn je höher die risikolosen Zinsen steigen, umso unattraktiver wird die Anlageklasse Aktien.

Insgesamt werden die Anlagezinsen zwar keine neuen Tiefstände mehr erreichen. Jedoch werden die Notenbanken ein markantes Zinsänderungsrisiko nicht zulassen. Sie wissen um die Empfindlichkeiten der Finanzmärkte, in denen Krisen leider nicht ausgestorben sind. Ihr Einsatz bleibt auch 2017 sehr gefragt. Ohnehin hat die EZB in der Eurozone noch keinen konjunkturellen Durchbruch erreicht. Insgesamt gibt es für einen geldpolitischen Umkehrschub keine Berechtigung.

Damit bleibt der große anlagestrategische Strukturbruch aus. Die Konkurrenz von Anleihen im Vergleich zu Aktien und nicht zuletzt ihren hohen Dividendenrenditen hält sich in Grenzen. Und ein bisschen Rotation von Staatspapieren in Aktien kann da auch nicht schaden, im Gegenteil.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



Dieser Newsletter ersetzt weder eine qualifizierte Anlageberatung noch eine rechtliche oder steuerliche Beratung. Wenden Sie sich hierzu bitte an einen qualifizierten Berater Ihres Vertrauens.