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15. August 2016


Aktuelle Artikel

Steuerfreibeträge für Kinder

Gemeinschaftskonten bei pbb direkt

Aktiensparpläne - Banal, aber auch genial!


Steuerfreibeträge für Kinder

15.08.16

Minderjährige Inhaber eines Tages- oder Festgeldkon-tos, die Kapitalerträge in Form von Zinsen erzielen, unterliegen der Abgeltungssteuer in Höhe von pauschal 25 Prozent. Dazu fallen noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer an. Deshalb sollte von Anfang an ein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung eingereicht werden.

Mit einem Freistellungsauftrag weist ein Steuerpflichtiger - auch ein Kind- ein Kreditinstitut an, von seinen Kapitalerträgen bis zur Höhe des Sparer-Pauschalbetrags von 801 Euro jährlich keinen Kapitalertragsteuerabzug vorzunehmen (§ 44a EStG). Wird auf die Erteilung eines solchen Auftrages verzichtet oder sind die Kapitalerträge höher als der eingestellte Betrag, führt das Kreditinstitut vom übersteigenden Betrag 25 Prozent Kapitalertragsteuer (plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) an das Finanzamt ab. Eltern können einen Freistellungsauftrag für ihre Kinder erteilen. Freistellungsaufträge beziehen sich prinzipiell auf ein Kalenderjahr. Bei pbb direkt erteilen Sie Freistellungsaufträge in Ihrer Webfiliale unter dem Menüpunkt "Verwaltung"/"Persönliche Daten".

Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung bestätigt das zuständige Finanzamt, dass für die betreffende Person im betreffenden Zeitraum keine Kapitalertragssteuer entstehen wird, weil die Einkünfte insgesamt niedrig sind. Dementsprechend darf die Kapitalerträge auszahlende Stelle, also die Bank, auf die Einbehaltung von Kapitalertragsteuer verzichten. Bei Einreichung einer Nichtveranlagungsbescheinigung muss kein Freistellungsauftrag erteilt werden.

Ohne Freistellungsauftrag oder Nicht-veranlagungsbescheiniung muss der Steuerpflichtige eine Einkommensteuererklärung abgeben, damit einbehaltene Kapitalertragsteuer erstattet werden kann. Wenn Sie für Kinder ein Konto bei pbb direkt einrichten, beachten Sie bitte, dass auch das Referenzkonto ein Konto des Minderjährigen sein muss.


Gemeinschaftskonten bei pbb direkt

15.08.2016

Bei einem Gemeinschaftskonto sind mehrere Kontoinhaber in gleicher Weise verfügungsberechtig. Sie tragen Rechte und Pflichten des zugrundeliegenden Vertrags gemeinsam, sind also Gesamtgläubiger beziehungsweise Gesamtschuldner. Klassische Inhaber eines Gemeinschaftskontos sind demzufolge Ehepartner.

Insofern unterscheiden sich Gemeinschaftskonten von Einzelkonten mit einer Verfügungsberechtigung. Der Verfügungsberechtigte erhält nur mit der ausdrücklichen Erteilung des Kontoinhabers eine Bankvollmacht. Durch diese ist er befugt, Handlungen und Geschäfte für den Kontoinhaber vorzunehmen, die in unmittelbaren Zusammenhang mit der Kontoführung stehen. Er ist somit eine Vertretungsmacht.

Bei Gemeinschaftskonten gilt es, zwischen sogenannten Und-Konten sowie den Oder-Konten zu unterscheiden. Beim Oder-Konto verfügt jeder Kontoinhaber über eine Einzelverfügungsgewalt, beim Und-Konto können die Kontoinhaber nur gemeinschaftlich verfügen. Aus Gründen der Praktikabilität sind Gemeinschaftskonten in aller Regel Oder-Konten. Auch pbb direkt bietet Gemeinschaftskonten ausschließlich als Oder-Konten an. Alle Inhaber eines Gemeinschaftskontos erhalten eigene Zugangsdaten zur Online-Filiale und auch eine separate iTAN-Card. Änderungen der Stammdaten oder eine Kontokündigung, müssen allerdings von allen Kontoinhabern unterschrieben werden.

Neben der Einrichtung von Gemeinschaftskonten bietet Ihnen pbb direkt auch die Möglichkeit der Erteilung von Vollmachten, sowie bei einer Geldanlage für Kinder die Eröffnung eines Minderjährigenkontos.


Kolumne von Robert Halver: Aktiensparpläne - Banal, aber auch genial

15.08.2016

Einerseits lassen sich (geo-)politische Krisenfaktoren wie das Brexit-Referendum in Großbritannien, der fehlgeschlagene Putschversuch in der Türkei und eine latente Terrorgefahr ebenso wenig leugnen wie Stabilitätsprobleme in der Eurozone sowie weltkonjunkturelle Risiken angesichts normalisierter Wachstumsraten in den Schwellenländern. Andererseits hat Europa nach all den vergangenen Krisen mittlerweile ein dickes Fell bekommen. Und auch die Geldpolitik der EZB sorgt für eine finanzwirtschaftlich mindestens stabile Seitenlage. Vor dem Hintergrund dieses Hin und Her lassen sich Kursschwankungen an den Aktienmärkten nicht ausschließen. Hier stellt sich die Frage, wie Anleger mit erhöhter Volatilität umgehen können.

Das Auf und Ab an den Aktienmärkten schreit förmlich nach Aktiensparplänen. Diese sollten am besten auf den großen Leitindices basieren, um das Einzeltitelrisiko zu mildern, und idealerweise regelmäßig erfolgen, um das Verlustrisiko größerer einmaliger Anlagen zu umgehen.

So macht sich der sogenannte Durchschnittskosteneffekt besonders positiv bemerkbar. Ich beschreibe ihn auch gerne als die "Kraft der zwei Herzen". Denn erstens erhalten Anleger bei steigenden Kursen zwar weniger Aktienanteile, dafür nehmen sie aber die Kurssteigerungen mit. Sie sind also vermögender. Zweitens ist aber entscheidend, was passiert, wenn die Kurse zwischendurch fallen. Dann erhalten die Investoren für ihren gleich bleibenden Sparbeitrag mehr Aktienanteile. Bei wieder steigenden Kursen macht sich das kaufmännische Motto "Im Einkauf liegt der Gewinn" positiv bemerkbar: Wie eine Flut, die alle Schiffe anhebt, erhöht sich ebenfalls das gesamte Aktienvermögen.

In diesem Zusammenhang sind selbst ausgesprochene Aktienkrisen - "schwarze Schwäne" wie der Zusammenbruch am Neuen Markt ab 2000 oder das Platzen der Immobilienblase 2008 - kein nachhaltiger Beinbruch. Denn alle, auch großen Kursverluste der Vergangenheit wurden ausnahmslos nicht nur wettgemacht, sondern deutlich überkompensiert.

Sicherlich schlagen Kursverluste bei zunehmendem Aktienvermögen in immer größerem Ausmaß negativ zu Buche. Daher sollten bei absehbarem Ende der Ansparzeit und hohen Aktienkursständen Kursgewinne durch Verkäufe immer mehr realisiert werden. Insofern sind Aktiensparpläne ähnlich zu behandeln wie regelmäßige Anlagen in guten Wein. Zum Ende der Auffüllphase geht man in den Weinkeller und fängt an, die Flaschen von unten zu ziehen, um den Wein zu genießen.

Ja, Aktiensparpläne sind banal, aber auch eine geniale Form der Altersvorsorge.

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG:

http://www.bondboard.de/main/pages/index/p/128



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